Die Segelfluggruppe Winterthur (SGW) führt laufend Wochenendschulung und pro Jahr 1 - 2 Schulungslager durch. Die Schulung erfolgt auf doppelsitzigen Kunststoff-Segelflugzeugen, mit anschliessenden Alleinflügen auf Trainigsflugzeugen bis zum Erwerb des amtlichen Brevets.
Der Gruppenbetrieb erfordert einen grossen Aufwand an Zeit, Mithilfe, Initiative und Geduld. Hier sind alle aufeinander angewiesen.
Die Schulungsdauer beträgt 1 - 2 Saisons (März bis Oktober), wobei sich die
Kosten auf etwa 3000-3500 Franken belaufen.
Bis zum Alleinflug sind ca. 45 bis 80 Starts auf dem Doppelsitzer notwendig,
wobei die Anzahl nicht unbedingt von der fliegerischen Begabung abhängt.
Die Flugschule führt einen Theoriekurs durch, der mit der theoretischen Flugprüfung abgeschlossen wird, welche die Voraussetzung ist, um die praktische Prüfung ablegen zu können.
Nach dem Erwerb des Brevets bietet die Segelfluggruppe Winterthur Fortbildung im Strecken-, Wolken- und Kunstsegelflug an.
Sofern es die Kapazität des Schulungsbetriebes erlaubt, kann ab dem 15. Altersjahr die Segelflugschulung begonnen werden.
Jeder Bewerber hat sich mit dem Anmeldeformular anzumelden, worauf er in unsere
Warteliste aufgenommen wird. Die Anmeldung bestimmt die Reihenfolge in der die
Schulung begonnen werden kann.
Wir sind zu diesem System übergegangen, weil eine allzu grosse Anzahl Flugschüler
den Überblick und die Effizienz des Schulungsbetriebes behindert. Der Kontakt
untereinander und die Bereitschaft, überall mitzuhelfen funktioniert in kleinen
Schülergruppen besser. Zudem kommt man in einer intensiven Schulung schneller
vorwärts.
Noch schneller vorwärts kommt man in einer kommerziellen Flugschule. In einer solchen Flugschule kann man losgelöst vom Gruppenbetrieb beliebige Wochenkurse durchführen. Dies ist allerdings mit höheren Kosten verbunden. Die Erfahrung zeigt, dass sich Flugschüler aus professionellen Flugschulen im Gruppenbetrieb nicht wohl fühlen, da in einem Verein ein Grossteil der anfallenden Arbeiten durch die Mitglieder bewältigt werden müssen. Als Flugschüler in einem Verein lernt man diese Bedingungen relativ gut kennen und kann sich so viel früher entscheiden, wie man das Segelfliegen betreiben will. (Verhältnis zwischen Aufwand und effektiver Flugzeit)
Die Anmeldung berechtigt zu maximal 20 Schnupperflügen (normale Flugschulung und Tarife) am Doppelsteuer, ohne dass ein Lernflugausweis beantragt werden muss. Diese Flüge sind im Flugbuch einzutragen. Der Sinn der Schnupperflüge ist, dass man den Betrieb auf dem Flugplatz kennenlernt.
Entscheidet sich der Interessent die Schulung weiterzuführen, hat er sich vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) einen Lernflugausweis ausstellen zu lassen. Zu diesem Zweck sind ein Attest eines Vertrauensarztes des BAZL und ein Auszug aus dem Zentralstrafregister beizubringen. Alle dazu nötigen Formulare werden von uns vor der Schulung oder bei Schulungsbeginn zugestellt. Alle Flüge müssen im Flugbuch eingetragen und vom Fluglehrer bestätigt werden.
Anmerkung: Dem Bewerber ist es freigestellt, ob er gleich zu Beginn der Schulung den Lernflugausweis bestellt oder nicht. Die Reihenfolge in der Warteliste wird dadurch nicht beeinflusst. Die Weiterschulung ist nach dem 20. Schulungsflug nur mit gültigen Lernflugausweis des BAZL möglich. Ein Schüler, welcher sich entschliesst weiter zu machen, sollte sich möglichst bald um den Lernflugausweis bemühen, wenn er ohne Unterbruch weiterschulen will. (In den Schulungslager werden mehr als 20 Schulstarts gemacht!)
Es ist sinnvoll, bei fraglicher medizinischer Eignung (z.B. vermindertes Sehvermögen) vor Beginn der Schulung abzuklären, ob eine Ausbildung zum Segelflieger möglich ist. Muss die Schulung z.B. aus medizinischen Gründen abgebrochen werden, besteht kein Anspruch auf Rückerstattung der entstandenen Kosten.
Anmeldung zur Schulung in der Segelfluggruppe Winterthur
Schüler mit Lernflugausweis bezahlen eine Eintrittsgebühr von Fr. 350.-,
wenn sie die Schulung beginnen.
Für weitere Informationen siehe Tarifreglement.
Der Flugbetrieb beginnt Samstags und Sonntags um 8:30 Uhr und endet bei Sonnenuntergang. Damit der Flugbetrieb funktioniert, sind die Flugschüler am Briefing anwesend. Am Samstag findet um 13.30 Uhr ein zweites Briefing statt. z.B. für Schüler. Wie die Erfahrung zeigt, sind an Sonntagen meistens weniger Flugschüler anwesend als an Samstagen.
Der eigentliche Segelflugbetrieb der brevetierten Piloten beginnt um 10.00 Uhr mit dem Briefing; der Flugbetrieb ab ca. 11.00 Uhr, wenn die Thermik einsetzt.
Damit die Schulung effizient und übersichtlich gestaltet werden kann, liegt im Büro ein "Schülerheft" auf. An einem Flugtag sollten nicht mehr als 8 Flugschüler anwesend sein. Dafür wird an möglichst vielen Flugtagen geschult. Natürlich kann man auch auf dem Flugplatz vorbeischauen, ob noch Kapazität in der Schulung frei ist. An wetterunsicheren Tagen kann meistens noch nach dem Briefing an der Schulung teilgenommen werden.
Im weiteren ist 8 Stunden vor und während dem Flugbetrieb Alkoholgenuss verboten.
Neben der praktischen Flugschulung wird der Schüler auch auf die Theorieprüfung vorbereitet. Diese umfasst die Fächer Luftverkehrsvorschriften, Aerodynamik, Meteorologie, Flugpraxis, Navigation, Flugzeugbau und menschliches Leistungsvermögen. Die SGW bietet dazu einen Theoriekurs an.
Beim Segelfliegen handelt es sich um einen Sport, in dem jeder Einzelne auf die anderen Mitglieder des Vereines angewiesen ist. Um einen Flugbetrieb aufziehen zu können braucht es mindestens drei Leute, damit einer in die Luft kommt! Alle diese Funktionen werden von Vereinsmitgliedern der Segelfluggruppe Winterthur in Fronarbeit erledigt!
Der Wille und die Bereitschaft, sich in uneigennütziger Weise am Geschehen der Gruppe zu beteiligen, gehört also als wesentlicher Bestandteil mit zum Segelflugsport. Das Einleben und die Integration in den Gruppenbetrieb ist ein wesentlicher Teil der Segelflugschulung.
letzte Änderung: 2004-09-27 20:34 © Segelfluggruppe Winterthur / mail comments